Circle of competence – Warum Warren Buffett ein Pinguin ist

Mai 23, 2016 - Daily Challenges, Karriere, von Anna, Ziele - , ,

Wer kennt es nicht…

Sei es die Entscheidung, was wir studieren möchten, welchen Job wir ausüben möchten oder in welcher Branche wir unsere persönliche Zukunft sehen. Früher oder später, finden wir uns alle einmal in der Situation wieder, eine Wahl treffen zu müssen – ob wir wollen oder nicht. Während einige von uns damit gesegnet sind, von klein auf zu wissen, wohin die persönliche Reise gehen soll, geraten die allermeisten doch das ein oder andere Mal ins Grübeln, was wohl die beste Entscheidung wäre. Dabei erwägen wir oftmals die vermeintlich sichersten oder vernünftigsten Optionen. Gedanken wie: “Mit einem BWL Studium kann ich eigentlich nichts verkehrt machen” oder “dieser Job wird am besten bezahlt” lassen sich kaum vermeiden, das stellt unser hochgelobter Hausverstand sicher. Doch obwohl diese Überlegungen natürlich mitunter auf unserer Erfahrung, unserer Ausbildung und unserer genauen Recherche basieren sind sie oft kein Erfolgsgarant.

Mehrfache Studienwechsel, Unzufriedenheit im Job und Burn out sind keine Folgen von unüberlegten oder unreifen Entscheidungen. Sie sind vielmehr das Produkt von Entscheidungen, die nicht im Einklang mit unseren eigenen Interessen oder Fähigkeiten stehen.


Circle of competence

Buffett Cycle Pinguin 1200x500

Warren Buffett gehört zu einem der erfolgreichsten Menschen unserer Zeit. Mit seinem Partner Charlie Munger hat er den Begriff des „Circle of competence„, den Kreis der Kompetenz geprägt. Sein Erfolgsrezept basiert darauf, seine eigenen Kompetenzen (auch die Führungskompetenz) zu kennen und sich allein darauf zu konzentrieren. Sie befinden sich in seinem Circle of competence. Laut Buffett ist es dabei völlig unwichtig, in möglichst vielen Bereichen Experte zu sein. Elementar ist einzig, zu wissen, wo genau die Grenze zu den Bereichen verläuft, in denen man kein Experte ist. Charlie Munger ergänzt dieses Konzept mit der Einschätzung, dass Menschen, die sich in ihrem Leben nur auf jene Dinge konzentrieren, die sich in ihrem Circle of competence befinden, höchstwahrscheinlich Erfolg haben werden, während jene, die sich zu viel außerhalb ihrer Kompetenzen bewegen, ziemlich sicher scheitern werden. 


Die Pinguin Strategie

Hirschhausen Pinguin Story 1200x500Mit einem eleganten Schwenk vom High-End Investment-Banking der USA in die überschaubare Comedy-Szene Deutschlands, finden wir dieses Prinzip in den charmanten Worten von Eckart von Hirschhausen wieder. Der Arzt, der seinen Kittel vor Jahren gegen die Kleinkunstbühnen unseres Landes getauscht hat, erzählt zu gerne die Geschichte des Pinguins. Dieser Vogel, der weder fliegen kann und obendrein an Land allzu oft über seine eigenen Füße stolpert, sorgt allemal für verniedlichende Kommentare in den Video-Kanälen dieser Welt. Doch einmal im Wasser, macht diesem exzellenten Schwimmer keiner etwas vor. Der Pinguin ist in seinem Element und beweist dort wahre Starqualitäten. Das Wasser ist sein Circle of competence. Sobald er ihn verlässt, fällt er eben ganz nach Charlie Mungers Vorhersage auf die Schnauze oder in seinem Fall: Auf den Schnabel.  


Wie kann uns diese Erkenntnis also bei realen Entscheidungen behilflich sein?

Nun ja, wir könnten damit beginnen uns nicht die Frage nach dem potenziellen (finanziellen) Ergebnis unserer Wahl zu stellen. Stattdessen bringen uns folgende Fragen viel wahrscheinlicher auf die richtige Spur:

  • Worin bin ich wirklich gut? Was macht mir schon immer riesigen Spaß?
  • Wobei bitten mich meine Freunde immer um Hilfe? Worum beneiden mich meine Freunde?
  • Worin bin ich ein wahrer Experte?

Diese Antworten gehören in unseren Circle of competence. Der Pinguin lässt grüßen!


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Anna ist diplomierte Kommunikationswissenschaftlerin, freie Autorin und Lektorin. Das Herz der Überzeugungstäterin schlägt insbesondere für alternative Gesellschaftsformen und Lebensmodelle. Ihre Elemente: Kommunikation in allen Formen, kreative Denkprozesse und Lösungen, praktikabler Optimismus und reflektierte Perspektivwechsel.

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