Im Glücksrausch Teil 3: Happyness of Flow

November 9, 2015 - Happyology, von Lorenz - , ,

Wir alle sind auf der Suche danach. Doch es tatsächlich zu finden und halten zu können scheint eine Lebensaufgabe zu sein: Glück. Es ist das moderne Gold, der heilige Gral unserer Zeit. Es scheint unheimlich rar, jeder begehrt es, immer mehr Menschen schmeißen ihre Karriere hin und brechen aus ihrem alten Leben aus, um sich auf die Suche danach zu machen. Doch ist es es ist tatsächlich so schwer zu finden? Weil Glück ein so umfangreicher Begriff und ein so wichtiger Faktor für ein gutes Leben ist, widmen wir ihm eine Serie in der wir die unterschiedlichen Arten von Glück aufschlüsseln um Euch die Suche nach Eurem persönlichen Glück vielleicht ein wenig zu erleichtern.

  1. Luck (Zufallsglück)
  2. Happyness of Pleasure (Wohlfühl-Glück)
  3. Happyness of Flow (Schaffensrausch)
  4. Happyness of Belonging (Verbundenheit)
  5. Happyness of Meaning (Sinn)

Strich 1200x120

3. Happyness of Flow (Schaffensrausch)

Jeder von uns weiß, wie unbeschreiblich gut  es sich anfühlt, in einer Tätigkeit komplett aufzugehen, jegliches Zeitgefühl zu verlieren und sämtliche Sorgen hinter sich zu lassen. Es ist eine Phase der höchsten Konzentration, ein mentaler Zustand völliger Vertiefung, viele Wissenschaftler sprechen sogar von einem Trancezustand.

Doch wie erreicht man diesen, von dem Spieltheoretiker Hans Scheuerl so schön beschriebenen “Zustand des glücklichen Unendlichkeitsgefühls”, in dem man auch gerne mal völlig vergisst zu essen, zu trinken und zu schlafen? Der ungarische Erfinder der Flow-Theorie mit dem sperrigen Namen Mihaly Csikszentmihalyi hat folgende Faktoren als wichtig für die Entstehung von Flow formuliert:

  • eine Aufgabe, die uns gefällt und uns herausfordert aber nicht überfordert
  • ein Umfeld mit wenig bis keinen Störfaktoren (Unterbrechungen, lange Wege, Probleme außerhalb der Flowtätigkeit etc.)
  • ein Umfeld ausgestattet mit allen notwendigen Ressourcen (Wissen, Materialien, Werkzeuge, genügend Zeit etc.)
  • eine Aufgabe die uns unmittelbare Rückmeldungen oder sichtbare Ergebnisse liefert (Computerspiele, Motorradfahren, …)
  • ein Ziel ist hilfreich, aber nicht zwangsläufig notwendig, da die Tätigkeit selbst bereits für genug positive Gefühle sorgt, als dass mit der Tätigkeit aufgehört werden würde

 

Flow 1200x500

Der Flow hat viele höchst spannende Eigenschaften: Zum einen nutzt er sich kein bisschen ab. Ob man 20 Minuten im Flow ist oder elf Stunden am Stück: Das einzige was abnimmt, ist höchstens die körperliche Energie weiterzumachen. Zudem wird eine Session Flow, wenn man dann einen Schritt zurück geht und sein Werk stolz in seiner Gesamtheit betrachtet, auch noch von einer guten Portion Wohlfühl-Glück zurück in der Realität begrüßt.

Der Flow ist einer der Gründe, warum Menschen, die schlicht das tun, was sie lieben so wenig sonstige Reize, Sachen oder gar Beziehungen brauchen, um mit sich im Reinen zu sein. Sogar schwere Krankheiten und ein Mangel an Beziehungen können durch Flow an Schwere und Bedeutung verlieren.

Leider machen es moderne Trends der Arbeitswelt wie Großraumbüros, ständig vibrierende Smart-Phones, tausend kleine und große Meetings, Zwischenfragen von Kollegen, Anrufe und sonstige Unterbrechungen fast unmöglich in diesen Zustand zu kommen. Ihr müsst etwas wegarbeiten? Geht dazu mal in eine Bibliothek. Der Unterschied ist überwältigend.

Um in den Flowzustand zu gelangen benötigt es, ähnlich wie beim Tiefschlaf eine Entry-Phase. Diese muss durchlaufen werden, um in den eigentlichen Trancezustand Flow zu gelangen. Verlässt man den Flow, muss die Vorstufe auch erst wieder durchlaufen werden, um wieder hinein zu kommen. Das ist der Grund warum viele von uns tagsüber das Gefühl haben, nichts wirklich erledigt zu bekommen und einen Großteil ihrer Aufgaben tatsächlich entweder extrem früh erledigen, wenn noch keiner im Büro ist oder abends im leeren Büro oder zu Hause erledigen wenn nicht tausend Unterbrechungen einen immer wieder von vorne anfangen lassen. Hier ein spannender aber auch provokanter TED Talk von Jason Fried zu diesem Thema.

Bei welchen Aufgaben kommt Ihr in den Flow? Wann wart Ihr das letzte mal wirklich in einer anderen Welt, weil Ihr so tief in eine Aktivität eingetaucht seid?

 

Lorenz Illing ist Gründer von TheluckyPush, leidenschaftlicher und ausgebildeter Karriere-Trainer mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsentwicklung, Zielerreichung und Kommunikation. Als ehemaliger Leistungssportler und Weltmeister fungiert er hauptsächlich als Sparringspartner, Mentor und Persönlichkeits-Trainer für junge Gründer und Leistungsträger. Seine Elemente: Gewohnheiten ändern, Komfortzonen verlassen, Grenzen verschieben und persönliche Träume verwirklichen.

4 Kommentare

    Kommentar verfassen