Im Glücksrausch Teil 1: Zufalls-Glück

Oktober 14, 2015 - Happyology, von Lorenz - , ,

Wir alle sind auf der Suche danach. Doch es tatsächlich zu finden und halten zu können scheint eine Lebensaufgabe zu sein: Glück. Es ist das moderne Gold, der heilige Gral unserer Zeit. Es scheint unheimlich rar, jeder begehrt es, immer mehr Menschen schmeißen ihre Karriere hin und brechen aus ihrem alten Leben aus, um sich auf die Suche danach zu machen. Doch ist es es ist tatsächlich so schwer zu finden? Weil Glück ein so umfangreicher Begriff und ein so wichtiger Faktor für ein gutes Leben ist, widmen wir ihm eine Serie in der wir die unterschiedlichen Arten von Glück aufschlüsseln um Euch die Suche nach Eurem persönlichen Glück vielleicht ein wenig zu erleichtern.

  1. Luck (Zufallsglück)
  2. Happyness of Pleasure (Wohlfühl-Glück)
  3. Happyness of Flow (Schaffensrausch)
  4. Happyness of Belonging (Verbundenheit)
  5. Happyness of Meaning (Sinn)

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1. Luck (Zufallsglück)

Das Zufallsglück, auf Englisch „Luck“, ist die positive Entwicklung einer nicht in unserer Kontrolle liegenden Angelegenheit. Viele glauben nicht an Zufälle. Sie sind der Meinung alles passiert aus einem bestimmten Grund und ist eine als Zufall getarnte Aufgabe. Oder wie Wilhelm Schmid es in seinem Buch “Glück” ausdrückt:

“Dass ein verborgener Sinn, ein geheimer Zusammenhang in der Form des Zufalls zu Tage tritt, lässt sich weder definitiv ausschließen noch zweifelsfrei bewahrheiten.”

Egal ob man glaubt, dass es Zufall, Bestimmung oder Schicksal ist: Menschen gehen eine enge Beziehung zu dem jeweiligen Geschehen ein und darauf kommt es an! Zufallsglück kann nicht kontrolliert werden, lediglich die Einstellung zu der Situation: Entweder reagieren wir offen und willkommen oder aber verschlossen und abweisend.
Wer Zufällen gegenüber verschlossen ist, will am liebsten alles in seinem Leben kontrollieren und somit Zufälle vermeiden oder zumindest ihren Einfluss minimieren. Er empfindet Zufälle häufig erst einmal als eine Störung. Etwas, das seine mühselig geschaffene Ordnung durcheinander bringt, unnötig Arbeit macht, Nerven kostet und planabweichende Improvisation erfordert. Er sagt sich oft: Man sollte sein Glück nicht herausfordern. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Warum passiert sowas eigentlich immer mir? Oder: Wäre ich heute einfach mal zuhause geblieben. Und damit reitet er sich meist selbst noch tiefer in die Misere. Blaise Pascals bemerkte dazu ironisch:

“Alles Unglück der Welt rührt daher, dass die Menschen nicht in Ihren Wohnungen bleiben.”

Wer Zufällen offen gegenüber steht, sieht in ihnen eine Chance auf Neugestaltung. Er denkt: Jeder ist seines Glückes Schmied. Wer nichts dem Zufall überlässt, dem fällt nichts zu. Wer nichts riskiert, der nichts gewinnt. Glück ist, wenn Vorbereitung und Gelegenheit (Zufall) aufeinander treffen. Diese Glaubenssätze schulen ihn, die positiven Dinge im Leben zu erkennen und sich zu Nutze zu machen.

Auch auf den ersten Blick negativ erscheinende Situationen können durch einen Wechsel der Perspektive zu Gelegenheiten werden. Denn jede Medaille hat zwei Seiten. Die Frage ist, ob wir uns beide Seiten anschauen. Manchmal ist der sofortige Blick auf die positive Seite in einem “Schicksalsschlag” weder angebracht noch emotional machbar. Dennoch ist es immer nur eine Frage, wie wir die neue Situation mittel- und langfristig interpretieren. Vielleicht war genau dieses zufällige Ereignis notwendig, um uns auf etwas aufmerksam zu machen, uns aufzuwecken. Unser“Lucky Push”.

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Tatsächlich können wir uns oft erst im Nachhinein ein komplettes Bild über einen plötzlich über uns hereingebrochenen Zufall machen. Sätze wie “Das mir gekündigt wurde, war das Beste, was mir passieren konnte”, kennen wir nur zu gut. Gilt das aber nicht auch anders herum? Wenn uns etwas extrem Positives wiederfährt, wie z.B. ein Lotto Gewinn, sind wir damit auch langfristig glücklich? Oder hat dieses extreme Zufallsglück nicht vielleicht mehr kaputt gemacht als es uns Glück gebracht hat? Isolation durch Neid, nachträgliche Überschuldung durch unkontrollierten Konsum, Verlust der eigenen Bodenständigkeit – damit haben viele Lottogewinner schon kurze Zeit nach dem großen Glück zu kämpfen.

Ob uns also ein positiver Glückszufall oder ein negativer Schicksalsschlag trifft: Was wir daraus machen, entscheidet ob es auf lange Sicht auch Glück oder ein Schicksalsschlag bleibt. Die Fähigkeit eine Situation zu dem zu machen, was wir uns wünschen, hat maßgeblich mit unserer Offenheit für die Perspektive aber auch mit unserer Reife und Weitsicht zu tun.

Wie offen seid Ihr Zufällen gegenüber?

Im nächsten Artikel der Reihe Im Glücksrausch geht es um Wohlfühl-Glück. Was diese Art von Glück verspricht aber nicht halten kann, erfahrt Ihr hier!

Lorenz Illing ist Gründer von TheluckyPush, leidenschaftlicher und ausgebildeter Karriere-Trainer mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsentwicklung, Zielerreichung und Kommunikation. Als ehemaliger Leistungssportler und Weltmeister fungiert er hauptsächlich als Sparringspartner, Mentor und Persönlichkeits-Trainer für junge Gründer und Leistungsträger. Seine Elemente: Gewohnheiten ändern, Komfortzonen verlassen, Grenzen verschieben und persönliche Träume verwirklichen.

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